Firefox, 2019

15. Januar 2019

Seit Version 57 heißt Firefox nicht mehr Firefox, sondern Firefox Quantum. Seit diesem Zeitpunkt ist Firefox außerdem nicht mehr träge, langsam und praktisch unbenutzbar, sondern wieder ein zeitgemäßer Browser. Zumindest auf dem Mac habe ich Firefox seitdem trotzdem nicht regelmäßig genutzt, weil Firefox schon bei unverhältnismäßig wenig Belastung zu lautem Lüften führt und (wohl auch deshalb) deutlich mehr Energie frisst.

Allerdings würde ich Firefox gerne benutzen, schon alleine deshalb, weil Firefox nicht Chrome und kein Produkt von Google ist. Seit einigen Tagen zwinge ich mich daher, zumindest für mein privates Vergnügen Firefox statt Chrome zu verwenden. Den Anstoß gab zuletzt ein Hinweis auf die Firefox-Erweiterung Tree Style Tab, die ich wenige Minuten ausprobiert und anschließend wieder gelöscht habe.

Tab Center Redux

Hängen geblieben bin ich dann allerdings an Tab Center Redux, einer Erweiterung, die einst im Rahmen von Firefox Test Pilot startete und inzwischen nur noch als Add-on weiterlebt. Tab Center Redux verfrachtet die Tabs von oben auf die linke Seite, was vor allem auf den mittlerweile allgegenwärtigen Breitbildmonitoren sinnvoll ist, deren Breite ohnehin von praktisch keiner Website sinnvoll ausgenutzt wird.

Firefox mit Tab Center Redux statt klassischer Tabs

Nach der Installation von Tab Center Redux gibt es allerdings ein Problem: Die obere Tab-Leiste verschwindet nicht. Sie lässt sich außerdem nicht über die Oberfläche von Firefox deaktivieren. Das ist sehr schade, weil es bedingt, manuell eine userChrome.css-Datei anzulegen. Das ist zwar nicht wirklich kompliziert, technisch Unbegabte werden darauf aber keine Lust haben. In der Diskussion auf Hackernews zu Tree Style Tab findet sich der Code, der – zumindest auf dem Mac – in sehr eleganter Weise die klassische Tab-Leiste ausblendet. Der Code sei hier dokumentiert:

  /* Hide tab bar in FF Quantum */
  @-moz-document url("chrome://browser/content/browser.xul") {
    #TabsToolbar {
      visibility: collapse !important;
      margin-bottom: 21px !important;
    }

    #sidebar-box[sidebarcommand="treestyletab_piro_sakura_ne_jp-sidebar-action"] #sidebar-header {
      visibility: collapse !important;
    }
  }

Zugegebenermaßen ist das alles sehr gewöhnungsbedürftig. Bisweilen ertappe ich mich dabei, wild Fenster zu wechseln, weil ich mir nicht intuitiv klar ist, wo ich den richtigen Tab finde und dass überhaupt andere Tabs vorhanden sind. Mit dieser Situation sind zwei Hoffnungen verbunden: Erstens: Nach etwas Eingewöhnung bringen mir vertikale Tabs einen echten Vorteil. Zweitens: Ich will vertikale Tabs nie wieder missen und bleibe Firefox treu.

Wikipedia

Ein weiteres Argument für Firefox ist die Erweiterung Redirector. Mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit gibt es ein Äquivalent für Chrome, ich war bislang allerdings zu faul, es zu finden. Redirector erlaubt es, für bestimmte Adressen automatische Redirects anzulegen. Ich verwende das zumindest im Moment nur für einen einzige Fall: URLs vom Typ https://de.wikipedia.org/wiki/* werden weitergeleitet auf https://de.m.wikipedia.org/wiki/$1 . Das heißt konkret: Ich bekomme immer die mobile Version der Wikipedia zu sehen. Die Wikipedia wird damit ungefähr 200 Prozent angenehmer zu lesen und ist nur noch halb so hässlich. Ich kann das daher sehr empfehlen.

Die mobile Ansicht der Wikipedia empfiehlt sich auch auf dem Desktop