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(26. Oktober 2020)

Zwei Geschichten

Eins.

Ich wohne nicht weit weg von der Landshuter Allee. Das klingt eigentlich ganz schön: Allee. Bäume. Und tatsächlich, es gibt entlang der Landshuter Allee auch ein paar Bäume. Wirklich bekannt ist die Straße aber dafür, dass an ihr regelmäßig die Feinstaub-Grenzwerte überschritten werden. Hier wurde die "höchste Stickstoffoxid-Belastung" gemessen, mit einem "Jahresmittelwert von 62 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft", stand im Juni bei ZEIT Online. Vermutlich ist es nicht allzu gesund, hier zu wohnen.

Zwei.

Ich habe einen Nachbarn, ein älterer Herr, gemessen an seiner Kleidung – er trägt sehr regelmäßig Hosen und Jacke in Rentnerbeige – würde ich sagen: er ist Rentner. Auch er wohnt unweit der Landshuter Allee, schließlich ist er ein Nachbar. Dreimal am Tag, morgens, am frühen und am späten Nachmittag, kommt er mit seinem Auto aus der Einfahrt gerollt. Es ist ein recht großes Auto, für eine Familie, aber er ist allein. Damit fährt er in Richtung Landshuter Allee davon. Auf die verstopfte, schmutzige, laute Allee. Nach einer halben Stunde kommt er wieder nach Hause, mit seinem großen Auto.

Was macht er?

Manchmal muss der Mann den Abschleppdienst rufen, weil wieder jemand seine Einfahrt zugeparkt hat.